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Anna Veronika Wendland, Die Russophilen in Galizien: Ukrainische Konservative zwischen Österreich und Russland, 1848-1915
Wien: Verlag der Österreichischen Akademie der Wissenschaften, 2001. Studien zur Geschichte der Österreichisch-Ungarischen Monarchie, Bd. 27. 664 pp.

The Habsburg crownland of Galicia has often been regarded a bastion of anti-Russian Ukrainian nationalism. This study tries to reassess the Russophile impact on processes of national and social mobilization within the Ukrainian society in Galicia from mid-19th century until the eve of the Great War, relying on comprehensive documentary material from Ukraine, Austria, and Russia which has not been used so far. It discusses the Russophile contribution to discourses about Ruthenian national identity and presents new data on the Russophiles’ place within Ukrainian society and on their significance within the Ukrainian emancipation and popular enlightenment movements. It argues that Russophiles emerged from a conservative, monarchist branch of the Ruthenian movement which developed pro-Russian orientations during a complex process of gradual alienation from the Austrian state. At the same time, Russophiles attempted to formulate new, genuine Eastern Slavic concepts of a national-cultural revival that were, albeit a reaction to Polish domination in Galicia, more influenced by German and Polish concepts than by Russian models.
[Publisher's Note]

Das ehemalige habsburgische Kronland Galizien gilt als eine Hochburg der ukrainischen (antirussischen) Natio-nalbewegung und als das Gebiet,in dem die ukrainische Nationsbildung wesentlich früher einsetzte als im russischen Reich. Vor allem die Auseinandersetzung mit den in Galizien politisch dominierenden Polen und die Revolution von 1848 sowie der konstitutionelle Prozeß seit Beginn der 1860er Jahre in Gesamtösterreich bestimmten und begünstigten diese Entwicklung.

So war die Geschichte der Russophilen immer auch ein Kampf um die Standortbestimmung zwischen Österreich und Rußland, und die ruthenischen Konservativen, die einst eine verläßliche Stütze der Habsburger in Galizien gewesen waren, mutierten zu „staats-gefährlichen “Elementen und vermeintlichen Hochverrätern,mit denen bei Kriegsausbruch brutal abgerechnet wurde. Die vorliegende Studie zeichnet diese Entwicklung nach und führt den Nachweis, daß die galizischen Russophilen durch ihre Wahlkampf-und Volksbildungsarbeit wesentliche Voraussetzungen für die Mobilisierung der ukrainischen Gesellschaft in Ostgalizien und somit auch für die ukrainische Nationsbildung schufen –ungeachtet der Tatsache, daß ihnen eigentlich ein Volk von „Kleinrussen “vorschwebte.
(Ausgezeichnet mit dem Fritz-Theodor-Epstein-Preis 2000 des Deutschen Verbandes der Osteuropahistoriker)

Bewegung Russophile war in der Region Lemko enorm populär. Der Autor bildet den Einzelpersonen zahlreiche Empfehlungen Lemko, die erfolgreich waren, wenn sie ihre Stimme hören ließen in der all-Galicianpolitik. Es gibt auch Empfehlungen zu den Entwicklungen in der Region Lemko.

The Russophile movement was enormously popular in the Lemko Region. The author makes numerous referrals to Lemko individuals who were successful in having their voice heard in all-Galician politics. There are also references to developments in the Lemko Region.
[B.H.]

Available from the Austrian Academy of Sciences Press.


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